Die smarte Zahnarztpraxis: Was passiert, wenn Technologie den Praxisalltag übernimmt?

Was bedeutet „smarte Zahnarztpraxis" eigentlich?
Wenn wir von einer smarten Zahnarztpraxis sprechen, meinen wir nicht eine Praxis, die mit möglichst vielen Bildschirmen und Gadgets ausgestattet ist. Wir meinen eine Praxis, in der Technologie konkrete Probleme löst, die Patienten und Praxisteams seit Jahrzehnten kennen.
Lange Wartezeiten. Unerreichbare Telefonleitungen. Mehrere Termine für eine einzige Versorgung. Sprachbarrieren am Empfang. Ein Praxisteam, das zwischen Empfangstresen und Behandlungsstuhl pendelt, statt sich auf die Zahnmedizin zu konzentrieren.
Bei Pul's Zahnmedizin planen wir unsere Praxis von Grund auf so, dass diese Probleme gar nicht erst entstehen. Nicht durch mehr Personal, denn das gibt es nicht, der Fachkräftemangel in der Zahnmedizin ist real und gravierend. Sondern durch intelligente Systeme, die im Hintergrund arbeiten und dem Team den Rücken freihalten.
Was das konkret bedeutet, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.
Die drei Säulen unserer smarten Praxis
Linda: Ihre KI-Empfangsassistentin
Das erste, was Sie bei einem Besuch in unserer Praxis bemerken werden, ist Linda. Linda ist unsere KI-gestützte Empfangsassistentin, die den gesamten Check-in-Prozess übernimmt.
Linda spricht Deutsch, Türkisch und Englisch und erkennt Ihre bevorzugte Sprache automatisch. Sie begrüßt Sie, prüft Ihre Daten, stellt sicher, dass alle Formulare vorliegen, und informiert den Behandlungsraum erst dann, wenn alles bereit ist. Außerdem beantwortet sie Ihre Fragen zu Behandlungen, Öffnungszeiten und Anfahrt, rund um die Uhr, auch abends und am Wochenende.
Warum das wichtig ist? Laut einer Analyse des Telefondienstleisters Starbüro sind 90 Prozent aller Arztpraxen vom Problem der telefonischen Nichterreichbarkeit betroffen (Quelle: Starbüro, Erreichbarkeitsstudie Arztpraxen, 2024). Gleichzeitig steht die Branche vor einem massiven Fachkräftemangel: Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) stehen auf Platz eins der Engpassberufe, und bis 2027 werden voraussichtlich rund 11.000 ZFA fehlen (Quelle: Bundeszahnärztekammer, 2025).
Linda löst beides: Sie stellt sicher, dass Sie uns immer erreichen können, und sie entlastet unser Team von Routineaufgaben, damit es dort eingesetzt wird, wo es gebraucht wird, bei Ihrer Behandlung.
Bodo: Unser Service-Roboter
Hinter den Kulissen arbeitet Bodo, unser Pudu T300 Service-Roboter. Bodo ist kein Spielzeug und kein Marketing-Gag. Er ist ein professionelles Logistiksystem, das den gesamten Materialtransport in der Praxis übernimmt.
Was Bodo macht: Er bringt vorkonfigurierte Instrumentenwagen in den richtigen Behandlungsraum, abgestimmt auf die geplante Behandlung. Er transportiert benutzte Instrumente zur Sterilisation und bringt sterile Sets zurück. Er liefert Verbrauchsmaterial nach, ohne dass eine Fachkraft den Raum verlassen muss.
Das klingt banal, macht aber einen enormen Unterschied. Denn jede Minute, die eine zahnmedizinische Fachangestellte mit Logistik verbringt, fehlt am Behandlungsstuhl. In einer Branche, in der Tausende Fachkräfte fehlen, ist jede gewonnene Minute am Patienten wertvoll.
Der volldigitale Workflow: Vom Scan zur Krone
Die dritte Säule ist unser durchgängig digitaler Behandlungsablauf. Statt unangenehmer Abdrücke setzen wir den Aoralscan Elite ein, einen Intraoralscanner mit einer Genauigkeit von 5 Mikrometern, rund zehnmal präziser als herkömmliche Scanner. Ein kompletter Scan dauert unter einer Minute.
Ihre Aufnahmen werden von KI-gestützter Diagnostik analysiert, die auf Röntgenbildern und DVT-Aufnahmen Karies, Entzündungen und Knochenabbau markiert, als zweites Augenpaar, das niemals müde wird.
Und wenn eine Krone, ein Inlay oder ein Veneer nötig ist? Unser 3D-Labor in der Praxis fertigt viele Versorgungen direkt vor Ort. Der SprintRay Midas druckt drei Kronen in unter zehn Minuten. Das bedeutet: In vielen Fällen kommen Sie mit einem Problem und gehen mit der fertigen Versorgung, alles in einem Termin.
Wie alles zusammenspielt
Die eigentliche Stärke liegt nicht in den einzelnen Systemen, sondern darin, wie sie zusammenarbeiten.
Stellen Sie sich einen typischen Besuch vor:
Sie betreten die Praxis. Linda begrüßt Sie in Ihrer Sprache, prüft Ihre Daten und meldet den Behandlungsraum, dass Sie bereit sind.
Bodo bereitet vor. Noch bevor Sie den Behandlungsstuhl erreichen, hat Bodo den richtigen Instrumentenwagen geliefert, abgestimmt auf Ihre geplante Behandlung.
Die Untersuchung beginnt. Ihr Zahnarzt scannt Ihren Mund in unter einer Minute. Die KI analysiert die Aufnahmen und markiert Befunde, farbcodiert und übersichtlich.
Die Besprechung. Wir zeigen Ihnen die Ergebnisse am Bildschirm. Sie sehen, was wir sehen. Gemeinsam besprechen wir die Behandlung.
Die Versorgung. Wenn nötig, wird die Restauration im 3D-Labor gefertigt und noch in derselben Sitzung eingesetzt. Kein Provisorium, kein zweiter Termin.
Bodo räumt auf. Benutzte Instrumente werden automatisch zur Sterilisation transportiert. Der Raum ist schneller bereit für den nächsten Patienten.
Dieser Ablauf ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis einer Praxisplanung, die Technologie nicht nachträglich integriert, sondern von Anfang an mitgedacht hat.
Wir bauen keine Praxis mit Technologie. Wir bauen Technologie um den Patienten herum.
Was das für Sie konkret bedeutet
Weniger Wartezeit
Wenn Abläufe automatisch koordiniert werden, entfallen Leerlaufzeiten. Der Behandlungsraum ist vorbereitet, bevor Sie ihn betreten. Materialien sind da, bevor sie gebraucht werden.
Mehr persönliche Zuwendung
Unser Team pendelt nicht mehr zwischen Empfang und Behandlungsraum. Linda übernimmt die Administration, Bodo die Logistik. Das Team kann sich voll und ganz auf Sie konzentrieren, auf die Zahnmedizin, die Aufklärung, das Gespräch.
Weniger Termine
Dank des volldigitalen Workflows und des praxiseigenen 3D-Labors können viele Behandlungen in einer einzigen Sitzung abgeschlossen werden. Kein Provisorium, das herausfällt. Keine wochenlange Wartezeit auf das externe Labor. Weniger Ausfallzeiten in Ihrem Beruf.
Transparenz auf ganzer Linie
Vom KI-gestützten Befund über das digitale Design bis zur fertigen Restauration: Sie sehen jeden Schritt Ihrer Behandlung am Bildschirm. Wir erklären, was wir tun und warum. Unser Grundsatz: Verstehen statt vertrauen müssen.
Mehrsprachige Betreuung
Egal ob Deutsch, Türkisch oder Englisch: Linda und unser gesamtes System sind auf Mehrsprachigkeit ausgelegt. Medizinische Anliegen in einer Fremdsprache zu kommunizieren, kann eine Hürde sein. Bei uns fällt diese Hürde weg.
Datenschutz und Sicherheit
Smarte Technologie bedeutet auch: smarter Datenschutz.
Linda läuft auf unserer eigenen Infrastruktur. Patientendaten werden nicht an Drittanbieter übermittelt. Alle Systeme arbeiten auf europäischen Servern, konform mit der DSGVO und den Empfehlungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zum Einsatz von KI in Arztpraxen (Quelle: KBV, Orientierungshilfe KI, 2025). Kommunikation ist durchgehend verschlüsselt (TLS 1.3, AES-256). Gespräche mit Linda werden nicht dauerhaft gespeichert.
Sie wissen jederzeit, dass Sie mit einer KI sprechen, und können das Gespräch jederzeit mit einem Menschen fortführen.
Der WiloHealthCube: Der richtige Ort
Unsere Praxis entsteht im WiloHealthCube in Dortmund-Hörde, einem modernen Gesundheitszentrum mit rund 10.000 Quadratmetern Nutzfläche. Der Vorteil: Verschiedene Fachrichtungen arbeiten unter einem Dach. Wenn bei einer zahnärztlichen Untersuchung eine fachübergreifende Abklärung sinnvoll ist, müssen Sie nicht quer durch die Stadt fahren. Der Spezialist ist oft nur eine Etage entfernt.
Das passt zu unserer Philosophie: Zahnmedizin denkt über den Zahn hinaus. Im WiloHealthCube können wir das leben.
Der Mensch bleibt im Mittelpunkt
Technologie ersetzt keine menschliche Zuwendung. Sie schafft Raum dafür.
Jede Automatisierung in unserer Praxis hat ein einziges Ziel: mehr Zeit für das Gespräch zwischen Arzt und Patient. Wenn Linda den Check-in übernimmt und Bodo die Logistik, bleibt unser Team dort, wo es hingehört: bei Ihnen. Im Behandlungsraum. Mit voller Aufmerksamkeit.
Der Anteil der Ärzte, die KI im Praxisalltag einsetzen, ist laut einer aktuellen Erhebung von 38 Prozent im Jahr 2023 auf 66 Prozent im Jahr 2024 gestiegen (Quelle: AI in Healthcare Statistics, 2024). Der Wandel ist da. Die Frage ist nicht, ob Zahnarztpraxen intelligenter werden, sondern wie.
Wir haben uns entschieden: Intelligent bedeutet patientenzentriert.
Begleiten Sie uns auf unserer Reise. Ab 2027 im WiloHealthCube, Dortmund.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Geht bei einer so technisierten Praxis nicht der persönliche Kontakt verloren?
Im Gegenteil. Die Technologie übernimmt genau die Aufgaben, die bisher Zeit vom persönlichen Kontakt gestohlen haben: Telefondienst, Papierkram, Materiallogistik. Unser Team hat dadurch mehr Zeit für Sie, nicht weniger. Linda überbrückt die Wartezeit und beantwortet Routinefragen, aber Ihr Zahnarzt und das Behandlungsteam sind Ihre Ansprechpartner für alles Medizinische.
Was passiert, wenn die Technik ausfällt?
Jedes System in unserer Praxis hat einen manuellen Fallback. Wenn Linda ausfällt, übernimmt das Team den Empfang wie in jeder anderen Praxis. Wenn Bodo stehen bleibt, bringt das Team die Materialien selbst. Wenn der 3D-Drucker nicht verfügbar ist, arbeiten wir mit einem externen Labor. Die Technologie macht den Alltag besser, aber die Praxis funktioniert auch ohne sie.
Muss ich mit einem Roboter oder einer KI sprechen, wenn ich das nicht möchte?
Nein. Sie können jederzeit mit einem Menschen sprechen. Linda ist ein Angebot, kein Zwang. Und Bodo fährt im Hintergrund, Sie werden ihn kaum bemerken, es sei denn, Sie möchten ihn kennenlernen.
Sind meine Daten sicher?
Ja. Alle Systeme laufen auf unserer eigenen Infrastruktur mit europäischen Servern. Wir sind DSGVO-konform und folgen den Empfehlungen der KBV zum KI-Einsatz. Patientendaten werden nicht an Drittanbieter übermittelt und nicht für das Training externer KI-Modelle verwendet. Gespräche mit Linda werden nicht dauerhaft gespeichert.
Kostet die Behandlung in einer smarten Praxis mehr?
Die Technologie macht viele Abläufe effizienter, was sich positiv auf die Kosten auswirkt. Digital gefertigte Restaurationen sind mit denen aus externen Laboren vergleichbar, bei kürzerer Behandlungszeit. Die KI-Diagnostik ist im regulären Befundungsablauf enthalten und wird nicht extra berechnet. Vor jeder Behandlung erhalten Sie einen transparenten Heil- und Kostenplan.